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Probeunterricht und Ergebnisse

Mündliche und schriftliche Prüfungen

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Der Probeunterricht ("Aufnahmeprüfung") sollte nicht als Schicksalsschlag oder Schikane verstanden werden, sondern als eine gute Gelegenheit, um die Eignung für eine weiterführende Schule in objektiver Form festzustellen. Die am Aufnahmeverfahren beteiligten Lehrer geben sich größte Mühe, Prüfungsängste bei den Schülern überhaupt nicht aufkommen zu lassen. 

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   Probeunterricht - Was kommt auf uns zu?
 

Der Probeunterricht dauert drei Tage und findet bald nach dem Termin für die Anmeldung (Ende Mai – Anfang Juni) an der Realschule bzw. am Gymnasium statt. Die Schüler werden in Unterrichtsgruppen von circa 10 bis 20 Kindern eingeteilt und von mindestens zwei Lehrern betreut: Ein Deutsch- und ein Mathematiklehrer der aufnehmenden Schule kümmern sich um ihre Gruppe und halten dort abwechselnd Unterricht.

Von den Schülern werden an den ersten beiden Tagen schriftliche Arbeiten aus den Fächern Deutsch und Mathematik verlangt. Der Prüfungsstoff umfasst dabei alles, was im zurückliegenden Schuljahr bisher behandelt wurde. 
Die Aufgabenstellung orientiert sich auch an den Anforderungen der aufnehmenden Schule, so dass der Schwierigkeitsgrad höher liegt als in der Grundschule. Eine grobe Orientierung: Viele Schüler liegen mit ihren Prüfungsergebnissen etwa um einen Notengrad unter ihren Grundschulleistungen.

Am dritten Tag ist – ebenfalls in den Fächern Deutsch und Mathematik mündlicher Unterricht, wobei besonderes Augenmerk auf diejenigen Prüflinge gelegt wird, deren schriftliche Noten noch verbesserungsfähig sind. Keine Sorge: Trotz des unvermeidlichen Prüfungscharakters legen die Lehrer großen Wert darauf, dass alles in spannungsfreier Atmosphäre und in einer harmonischen, den Schülern vertrauten Unterrichtsumgebung abläuft.

   Auch das Arbeitsverhalten ist wichtig
Während der drei Prüfungstage macht immer einer der betreuenden Lehrer Aufzeichnungen über die Mitarbeit. Vor allem am letzten Unterrichtstag fallen dabei folgende Eigenschaften ins Gewicht: 
 
Motivation und Aufgeschlossenheit für Neues 
  Gedächtnis und Konzentration
Auffassungsgabe und logisches Denken 
  Sprachliches Ausdrucksvermögen
Einfallsreichtum 
–  Fähigkeit zu Transferleistungen
Allgemeine Arbeitstugenden (Fleiß, Sorgfalt, Ausdauer, Zielstrebigkeit) 
Die schriftlichen Prüfungsaufgaben und empfohlene Notenschlüssel werden zentral erstellt und den Schulen vorgegeben. Dort ist für die Durchführung, Korrektur und Bewertung jeweils ein Aufnahmeausschuss verantwortlich, der sich aus Lehrern der aufnehmenden Schule zusammensetzt. Über das Ergebnis des Probeunterrichts werden Sie mit ausführlicher Begründung schriftlich informiert.
 
    Bestanden oder nicht bestanden?
 
Der Probeunterricht gilt als bestanden, wenn der Schüler in einem der beiden Prüfungsfächer (Mathematik und Deutsch) mindestens die Note 3 und in dem anderen Fach mindestens die Note 4 erreicht hat. Mit diesem Ergebnis darf Ihr Kind an den gewünschten Schultyp wechseln. 
 

A
uch bei schlechterem Abschneiden ist die Tür zum Übertritt nicht ganz verschlossen: Wenn ein Schüler den Probeunterricht wenigstens mit den Noten 4 und 4 absolviert hat, können die Eltern einen Antrag auf Aufnahme stellen, nachdem sie an einem Beratungsgespräch teilgenommen haben. Das Kind wird dann, ebenso wie die erfolgreichen Prüflinge, an die Realschule bzw. das Gymnasium aufgenommen. 
Durch diese Sonderregelung soll einerseits der Elternwille so weit wie möglich berücksichtigt werden - andererseits wird Ihnen dabei auferlegt, nochmals gründlich abzuwägen, ob Ihr Kind wirklich der angestrebten Schullaufbahn gewachsen ist.  

Falls jemand in einem der Prüfungsfächer mit Note 5 oder schlechter abschneidet, ist der Schulübertritt nicht möglich. Erst im nächsten Schuljahr darf sich der Schüler erneut dem Übertrittsverfahren stellen. Die erfolglose Prüfungsteilnahme wird auf dem Übertrittszeugnis vermerkt.
 
    So läuft der Probeunterricht ab:
 
Hier ein typischer Zeitplan für die drei Prüfungstage an einem Gymnasium - mit geringfügigen zeitlichen Änderungen gilt der Ablauf auch für die Realschule. Pausen und Prüfungsteile können bei Bedarf vom Aufnahmeausschuss verlegt werden. 

 1. Prüfungstag

8.00  Uhr

8.15  Uhr
8.30  Uhr

9.00  Uhr

9.15  Uhr
9.30  Uhr

10.15  Uhr

10.30  Uhr
10.45  Uhr

11.30  Uhr

Begrüßung und Einteilung in Unterrichtsgruppen

Einführungsgespräch zur Prüfung "Textverständnis"
Schriftliche Prüfung Deutsch:
Textverständnis

Pause

Einführungsgespräch zur Prüfung "Aufsatz"
Schriftliche Prüfung Deutsch: Aufsatz

Pause

Einführungsgespräch zur Prüfung "Mathematik Teil 1"
Schriftliche Prüfung Mathematik: Teil 1

Ende des 1. Prüfungstages

 2. Prüfungstag

8.30  Uhr
8.45  Uhr

9.30  Uhr

9.45  Uhr
10.00  Uhr

10.30  Uhr

10.45  Uhr
11.00  Uhr

11.30  Uhr

Einführungsgespräch zur Prüfung "Mathematik Teil 2"
Schriftliche Prüfung Mathematik:
Teil 2

Pause

Einführungsgespräch zur Prüfung "Rechtschreibung"
Schriftliche Prüfung Deutsch: Rechtschreibung

Pause

Einführungsgespräch zur Prüfung "Sprachbetrachtung"
Schriftliche Prüfung Deutsch: Sprachbetrachtung

Ende des 2. Prüfungstages

 3. Prüfungstag

8.20 - 9.20

9.20 - 10.00

10.00 - 11.00

Mündlicher Unterricht Deutsch

Pause

Mündlicher Unterricht Mathematik

 
    Wie stehen die Chancen?
 

Der bayerische Bildungsbericht gibt die Erfolgsaussichten im Probeunterricht so wieder:
In den zurückliegenden Jahren hat unter allen Realschul-Prüflingen jeweils nur etwa ein Drittel den Probeunterricht voll bestanden. Des Weiteren durfte noch ein Zehntel der Prüfungsteilnehmer auf Grund einer Elternentscheidung an die Realschule wechseln. Von den Schülern, die sich der Prüfung am Gymnasium unterzogen haben, erhielt immerhin knapp die Hälfte aller Teilnehmer positiven Bescheid. 

Sie sollten auch wissen: Die durch den Probeunterricht erworbene Eignung berechtigt nur zum Übertritt im unmittelbar darauffolgenden Schuljahr.

 
    Gymnasium nicht bestanden  -  Realschule?
 
Schüler mit Durchschnittsnote 2,66, die sich ohne Erfolg dem Probeunterricht an einem Gymnasium unterzogen haben, können sich ohne weitere Prüfung an der Realschule anmelden und dort in die 5. Klasse eintreten.  

W
er 3,00 oder schlechter im Übertrittszeugnis stehen hat, muss den Probeunterricht an der Realschule nachholen: Der Schüler erhält - rechtzeitige Anmeldung vorausgesetzt - einen Nachtermin gegen Ende der Sommerferien und hat somit noch die Chance zum Realschulübertritt. 
 
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